Apfelbuch

Das große Apfelbuch

Der Apfel ist nicht nur eine der beliebtesten Obstsorten in der Welt, er ist auch sehr widerstandsfähig und kann bei richtiger Pflege einen gleichbleibend hohen Ertrag an Früchten bieten. Der Apfelbaum gedeiht dabei nahezu überall, weswegen er auch noch in Höhenlagen von bis zu 600 Metern angepflanzt werden kann; abgesehen davon ist er robust genug, um auch an weniger warmen und günstigen Orten angesiedelt werden zu können. Je nach Reifezeit der Früchte kann man zwischen Sommer-, Herbst- und Winteräpfeln unterscheiden.

Apfelbuch
Schöne Frau mit grünem-gesundem Apfel | Urhebervermerk: © panthermedia.net / Arne Trautmann

Genau wie die Kirsche oder die Birne gehört auch der Apfel zur Familie der Rosengewächse. Der Kulturapfel, der durch Kreuzung und Züchtung mittlerweile unendlich viele Unterarten hervorgebracht hat, ist wohl der bedeutendste und wichtigste Vertreter seiner Art. Im Gegensatz zum Wild- oder Holzapfel bildet er einen massiven Stamm, der eine Größe von bis zu zehn Metern erreichen und wirtschaftlich relevante Mengen an Früchten produzieren kann. Der Wildapfel ist ein eher strauchiges und kompaktes Gewächs, dessen Früchte im rohen Zustand oft ungenießbar sind. Da der Apfelbaum im gesamten europäischen Raum sowie in weiten Teilen Asiens und in Nordamerika landwirtschaftlich kultiviert ist, lohnt es sich, ein bisschen mehr über dieses beliebte Obst zu erfahren.

Aufbau der Apfelblüte

Die Früchte entwickeln sich beim Apfel wie auch bei den meisten anderen Steinobstsorten aus der Blüte. Der Beginn der Blütezeit liegt im Vollfrühling, also ungefähr zwischen Mai und Juni; vom Austreiben der Knospen bis zur befruchteten Blüte vergeht meist nur wenig Zeit und schon bald beginnen sich die ersten Äpfel zu bilden. Bis die Früchte reif sind vergehen aber in der Regel dennoch 70 bis 180 Tage.

Bereits im April treibt der Apfel zahlreiche dunkelrosa bis rote Knospen aus, die kurz darauf aufbrechen. Die äußeren grünen Kelchblätter (meist fünf an der Zahl), die kronenförmig vom Stiel abgehen, sind auch bei der späteren Frucht noch erkennbar. Sie sind am Blütenboden miteinander verwachsen und bilden den Fruchtknoten. Darunter liegen die weißen bis hell-rosa Blütenblätter (Kronblätter). Auch sie sind radiärsymmetrisch um die Blütenachse angeordnet und entfalten sich aus der Knospe heraus.

Nach der vollständigen Entfaltung geben sie den Blick auf die zur Befruchtung notwendigen Teile der Blüte frei. Aus dem Fruchtknoten heraus wachsen in der Mitte der Blüte Griffel, die am oberen Ende fadenähnliche Fortsätze bilden. An der Spitze dieser Fortsätze sitzt eine kleine Verdickung, die sogenannte Narbe (oder Stempel). Die Narbe ist nahezu der wichtigste Teil einer Blüte, da hier die eigentliche Befruchtung statt findet, nämlich dann, wenn Insekten fremde Pollen auf den Narben zurück lassen. Diese wandern dann über die Blütennarbe in den Fruchtknoten und legen dort den Grundstein für die fertige Frucht.

Seitlich von Griffel und Blütennarbe liegen die Staubgefäße. Hier bildet die Apfelblüte Pollen aus, die dann wiederum von Insekten auf die Narben anderer Blüten übertragen werden, um diese zu befruchten.

Die Apfelblüte und die Bienen

Damit der Apfel Früchte ausbilden kann, müssen zunächst die prächtigen Blüten bestäubt werden. Diese Aufgabe übernehmen nektarsaugende Fluginsekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Angelockt von Duft und Farbe der Blüten lassen sie sich auf ihnen nieder, um den Nektar aus der Blüte zu saugen. Der süße Nektar am Boden der Blüte ist ihre Hauptnahrungsquelle. Dabei kriechen sie weit in die Blüte hinein um mit ihrem Saugrüssel an den Nektar zu gelangen. Dadurch, dass Bienen beispielsweise eine feine Körperbehaarung haben, setzen sich an diesen Härchen einige Pollen fest, die beim Anflug der nächsten Blüte auf dem Blütenstempel landen. Zudem tragen Bienen und Hummeln kleine „Taschen“ an den Beinen, in denen sie zusätzlich Pollen sammeln um diese später im Nest als Nahrung für die Nachkommen zur Verfügung zu haben.

Auch von diesen Pollen gehen einige bei der Landung verloren und dienen so der Befruchtung einer anderen Blüte. Vor allem die Biene ist somit für eine reiche Apfelernte unverzichtbar. Da Bienenvölker oft mehrere Tausend Mitglieder umfassen, sind sie allein durch ihre bloße Überzahl für die Befruchtung der meisten Obst- und Beerensorten verantwortlich.

Äpfel sind gesund

An apple a day keeps the doctor away.“, sagt ein Sprichwort und da ist durchaus etwas wahres dran. Der Apfel enthält neben vielen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen auch eine hohe Anzahl an Ballaststoffen. Diese sind der Verdauung sehr zuträglich und sollten deshalb in keinem Ernährungsplan fehlen. Obwohl ein Apfel zu über 80 % aus Wasser besteht, bietet er dennoch eine wahre Fülle an wertvollen Bestandteilen.

Vor allem das Pektin, im Apfel in hoher Konzentration vorhanden, ist für den Stoffwechsel von immenser Bedeutung. Pektin hält den Blutzuckerspiegel im Körper auf einem konstanten Level und verhindern so, dass zu schnell erneutes Hungergefühl einsetzt. Im Grunde bedeutet dies: der Apfel ist auch zum Abnehmen hervorragend geeignet, da er als Zwischenmahlzeit länger satt hält, den Stoffwechsel ankurbelt und darüber hinaus den Cholesterinspiegel senkt.

Der enthaltene Fruchtzucker ist ein guter und gesunder Energielieferant, der im Gegensatz zu herkömmlichem Kristallzucker vom Körper besser verarbeitet werden kann und demnach nicht dick macht. Zusätzlich versorgt der Apfel den Körper mit allen lebenswichtigen Vitaminen, vor allem reichlich Vitamin C, das die Abwehrkräfte, das Immunsystem und sogar das Herz stärken kann.

Neuere wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass der Verzehr von nur einem Apfel täglich das Risiko an Alzheimer zu erkranken erheblich mindern kann, darüber hinaus kann der entzündungshemmende Stoff Quercetin sogar das Wachstum von Krebszellen positiv beeinflussen. Da die meisten Inhaltsstoffe in der Schale und den Kernen stecken wird empfohlen, den Apfel komplett zu verzehren, um tatsächlich alle wichtigen Bestandteile aufnehmen zu können.

Was man aus Äpfeln alles machen kann

Der Apfel ist mit Sicherheit auch deswegen eine der beliebtesten Obstsorten weil seine Verwendungsmöglichkeiten ebenso vielfältig wie schmackhaft sind. Vor allem aus der Küche ist er deswegen kaum noch wegzudenken. Der Apfel eignet sich für die Zubereitung von Kuchen und Aufläufen, Kompott, Mus oder Säften bis hin zu Wein und Likör. Wozu man den Apfel letztendlich verwendet hängt eigentlich nur von der Sorte ab.

Feste Äpfel, die beim Kochen ihre Form behalten sind beispielsweise für Mus und Kompott ungeeignet, lassen sich aber hervorragend zu Bratäpfeln verarbeiten. Besonders süße Äpfel bilden den Grundstoff für Säfte und Wein. Bei diesem Prozess werden die Äpfel in der Kelterei gewaschen, sortiert, gemahlen und anschließend ausgepresst. Der Saft wird nun noch durch Erhitzen (Pasteurisieren) haltbar gemacht und kann im Anschluss in Flaschen abgefüllt werden. Für Apfelwein muss der Saft jedoch noch einige Zeit gären und wird dazu in Fässer oder Gärballons gefüllt. Nach einigen Wochen Gärzeit haben Hefen und Mikroorganismen den im Apfelmost enthaltenen Zucker komplett verstoffwechselt und in Alkohol verwandelt.

Apfelgedicht

Der Apfel, der am Baume hockt,
im Herbst mit roten Bäckchen lockt.
Er hat schon in der Frühlingssonne
mich angelacht, so voller Wonne,
wie hell und klar die Blüten schienen
und ach, wie sind die tausend Bienen
so freudig in sie reingekrochen,
weil sie so lieb und süß gerochen.
So tat die Biene ihren Soll,
worauf der Baum bald überquoll
vom süßen roten Apfelsegen,
der leuchtet, schon von fernen Wegen
und lockt und ruft den Wandersmann,
der einfach gar nicht anders kann,
als sich am Apfelbaum zu laben,
so schön ist`s nur zu Erntetagen!

Ein Apfelfest

Da der Apfel sich überall größter Beliebtheit erfreut, ist es nicht weiter verwunderlich, dass in vielen Regionen alljährliche Apfelfeste statt finden. Schon in der Antike hatte der Apfel, damals noch wegen seiner Seltenheit, einen ausgesprochen zeremoniellen Charakter. Wollte beispielsweise ein junger Mann seiner Angebeteten einen Heiratsantrag machen, warf er ihr, der Überlieferung nach, einen Apfel zu.

Fing sie den Apfel auf, wurde dies als glückliches Zeichen gesehen und bedeutete gleichfalls, dass sie den Heiratsantrag an nahm. In der antiken Mythologie galt der Apfel ebenfalls als Symbol für Schönheit und Fruchtbarkeit und taucht auch in der Kunst in diesem Zusammenhang durch alle Epochen hindurch kontinuierlich auf.

Apfelfeste finden meist in der Erntezeit statt und bieten meist ein reiches Programm rund um den Apfel. Lokale Spezialitäten, Apfelspiele und kulinarische Hochgenüsse sind nur einige der Dinge, mit denen der Besucher dort rechnen kann. Vielerorts wird gemeinsam Apfelmost hergestellt oder die Keltereien öffnen ihre Türen, um Besuchern einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. In vielen Gemeinden und Kreisen wird zudem als Höhepunkt des Apfelfestes die Apfelkönigin gekrönt. Ein Jahr lang ist sie die Schutzpatronin der Äpfel und der Bauern und soll, so sagt es der Brauch, für eine reiche Ernte im nächsten Jahr sorgen.

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